2007-11-11

Lebkuchen

Weihnachten rückt immer näher, also wird fleißig gebacken - gezwungenermaßen, denn hier in Taiwan bekommt man nicht sehr viel weihnachtliches Gebäck. Wenn es aber am Endprodukt mangelt, dann auch oft an den Ausgangsstoffen, und man muß sich etwas einfallen lassen.


Supermärkte in Taiwan kann man in dieser Hinsicht so ziemlich vergessen, da bekommt man gerade einmal Mehl, Zucker, Salz, Honig, Eier und mit viel Glück ungesalzene Butter. Das war es dann aber auch. Für "richtige" Lebkuchen benutze ich folgendes Rezept:

500g Honig
250g Zucker
250g Butter
1kg Mehl
50g Kakao
2 Eier
Lebkuchengewürz
10g Pottasche
eventuell extra Zimt und Nelken

Kakao bekommt man vielleicht noch in besseren Supermärkten, ansonsten muss man einen Laden für "Lebensmittelstoffe" (食品材料行) aufsuchen. Da bekommt man allerdings selten (oder besser gar nicht) Pottasche und die nötigen Gewürze.

Pottasche hat glücklicherweise einen chemischen Fachnamen: Kaliumkarbonat, K2CO3. Und das findet man im Chemiefachhandel. Taiwanesen werden zwar etwas skeptisch, wenn sie die Flasche mit dem Aufkleber sehen, aber ich könnte natürlich auch fragen, ob ich nicht noch etwas Natriumchlorid in ihr Essen geben soll - anstatt Kochsalz...

Bei den Gewürzen wird es "lustig": In Taiwan gibt es außer den "westlichen" Apotheken auch noch traditionelle chinesische. Und die liefern fast alles, was man in der Küche zum Würzen braucht. (selbst ungemahlenen schwarzen Pfeffer) Hier gibt es nicht nur Zimt und Nelken, sondern auch alles, was man braucht, um sich selbst Lebkuchengewürz zurechtzumischen: Piment, Zimt, Nelken, Kardamom, Ingwer, Muskatnuß, Koriander. Ich hole meine Zutaten also aus dem Supermarkt, der Apotheke und dem Chemiefachhandel...

Man kann alles in gleichen Teilen mischen, oder Zimt und Nelken etwas bevorzugen - oder so mischen, wie man es selbst mag. Alle "Pulver" (einschließlich Mehl und Kakao) werden miteinander vermischt und auch die Eier dazugegeben. In einem Topf erwärmt man inzwischen Honig, Butter und Zucker, so daß sich der Zucker auflöst. Etwas abkühlen lassen und mit allen Pülverchen gut vermischen.

Ich verarbeite den Teig meist abends und lasse ihn über Nacht stehen. Am nächsten Tag kann man dann backen: 10 bis 20 Minuten bei 180 bis 200 Grad, je nach Dicke und Größe der Stücke. Und so können dann acht Kilogramm Lebkuchen aussehen:


Diese Lebkuchen habe ich übrigens schon bis zu einem Jahr in "normalen" Behältnissen (Keksdose, Steingefäß) und bis zu zwei Jahren in luftdicht schließenden Gefäßen aufbewahrt. Man sollte allerdings mindestens einen Monat vor Weihnachten backen, da die Lebkuchen nach dem Backen erst einmal hart sind und erst im Laufe der Zeit weich werden!

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